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Umweltschutz und Nachhaltigkeit

Für Umweltschutz sind heute alle Parteien, irgendwie. Selbst die Grünen sind's noch - auch wenn Sie um der Machtteilhabe willen ein CO2-Kraftwerk wie Moorburg mittragen. Doch: Früher haben die Grünen die Wachstumsideologie hinterfragt. Heute gehören sie zu deren ersten Befürwortern. Umweltschutz und auch der Schutz des Klimas sind wohlfeil.

Und jeder Einzelne? Ist ebenfalls für Umweltschutz: Mülltrennung, sparsamere Autos, Energiesparlampen.

Doch diese Symbolhandlungen werden uns nicht voranbringen, umweltschützerisch gesprochen. Wir lagern den Dreck, den wir machen, in andere, meist sehr arme Länder aus  - und importieren die Produkte. Textilien, Spielzeug, Computer, um ein paar Beispiele zu nennen - alles Produkte mit sehr aufwändigen, umweltintensiven Herstellungsprozessen.

Ein konkretes Beispiel, wie es vielleicht ginge mit der Nachhaltigkeit?

Wenn sich die Anschaffung von Computern statt über drei über fünf Jahre abschreiben ließe, könnten Produktionszyklen verlängert werden. Denn obwohl die Innovationszyklen der Industrie deutlich kürzer sind, reicht der Austausch der Büroschreibmaschine aller fünf Jahre auf jeden Fall aus. Das wäre gelebter Umweltschutz.

Niemand bedenkt nämlich bei all den schönen Produktinnovationen, dass deren Herstellung in der Regel sehr viel Umwelt (Wasser, Rohstoffe, Abfallhalden) verbraucht. Der über die Lebensdauer des Produkts anfallende Verbrauch der Umwelt ist verglichen damit beinahe vernachlässigenswert. Oder eben von allenfalls symbolischer Kraft. Ein reduzierter Verbrauch nach Herstellung dokumentiert die gute Absicht, stellt das Umweltgewissen ruhig. All das nimmt uns (zum Glück) kaum etwas von dem Spaß, das erworbene Produkt zu konsumieren, :-). Aber es hilft eben auch der Umwelt nicht...

Insofern sind wir tatsächlich die Gewinner der Globalisierung: Unser Land wird immer sauberer, ein großer Freizeitpark. Alles, was Dreck macht, lassen wir billig anderswo produzieren. Was können wir schon dafür, wenn die Regierungen dort skandalöse Umweltstandards, erniedrigende Löhne und KInderarbeit erlauben bzw. zumindest tolerieren? Unsere Umwelt soll sauberer werden, die anderen sind uns egal.

Ist dies ein Aufruf zu mehr überlegtem Konsum? Wahrscheinlich. Haben wir dann weniger Spaß im Leben? Wahrscheinlich nicht, denn es werden wieder Ressourcen frei, die sich sinnvoll einsetzen ließen.

Konsumkritik ist bäh, dieser Tage, ich weiß. Konsum kurbelt die Wirtschaft an, stabilisiert das Wachstum, usw. Aber wir wollten es trotzdem mal gesagt haben.